Donnerstag, 24. Dezember 2015

Das 24. Türchen - heute ganz klassisch?

In vielen Familien wird am heiligen Abend ganz traditionell die Weihnachtsgeschichte vorgelesen, bevor es zum Festtagsessen und der Bescherung übergeht. Das ist bei uns ein wenig anders. Seit mein kleiner Bruder lesen kann - und das tut er wirklich nicht gerne - macht er am 24. Dezember zur Feier des Tages eine Ausnahme und liest unsere Lieblingsweihnachtsgeschichte vor. Die vom Häschen und der Rübe. Für unsere Familie ist dies zu einer wichtigen Tradition geworden und für mich einfach nicht wegzudenken. Aus diesem Grund versteckt sich hinter dem heutigen 24. und letzten Türchen unseres Adventskalenders zwar kein herkömmliches Märchen der Gebrüder Grimm, aber eine märchenhaft schöne chinesische Geschichte über Freundschaft und Familie!


Das Häschen und die Rübe (aus China)


Felder und Hügel waren mit hohem Schnee bedeckt und das Häschen hatte nichts zu essen. Es ging fort, um Futter zu suchen und fand zwei gelbe Rüben. Es aß eine Rübe und dachte: "Es schneit so sehr und es ist so bitterkalt, gewiss hat das Eselchen nichts zu essen. Ich will ihm eine Rübe bringen." Sofort lief es zu Eselchens Haus. Aber das Eselchen war nicht zuhause. Also legte das Häschen die Rübe vor die Tür und ging wieder fort. Das Eselchen war auch auf Futtersuche, fand ein paar Kartoffeln und ging zufrieden nachhause. Vor seiner Tür fand es die gelbe Rübe und überlegte von wem sie wohl sein könnte. Dann aß es seine Kartoffeln und sagte: "Es schneit so sehr und es ist so bitterkalt, gewiss hat das Lämmchen nichts zu essen. Es soll die gelbe Rübe bekommen." Eselchen rollte die Rübe zu Lämmchens Haus. Aber das Lämmchen war nicht zuhause. Also legte das Eselchen die Rübe vor die Tür und ging wieder fort. Das Lämmchen war auch auf Futtersuche, fand einen Kohlkopf und ging zufrieden nachhause. Vor seiner Tür fand es die gelbe Rübe und überlegte von wem sie wohl sein könnte. Dann aß es seinen Kohlkopf und sagte: "Es schneit so sehr und es ist so bitterkalt, gewiss hat das Rehlein nichts zu essen. Es soll die gelbe Rübe bekommen. Lämmchen trug die gelbe Rübe zu Rehleins Haus. Aber das Rehlein war nicht zuhause. Also legte das Lämmchen die gelbe Rübe vor die Tür und ging wieder fort. Das Rehlein war auch auf Futtersuche, fand grüne Blätter und ging zufrieden nachhause. Vor seiner Tür fand es die gelbe Rübe und überlegte von wem sie wohl sein könnte. Dann aß es seine grünen Blätter und sagte: "Es schneit so sehr und es ist so bitterkalt, gewiss hat das Häschen nichts zu essen. Es soll die gelbe Rübe bekommen. Das Rehlein trug die gelbe Rübe zu Häschens Haus. Aber das Häschen hatte sich satt gegessen, war zu Bett gegangen und schlief. Das Rehlein wollte es nicht wecken und kullerte die Rübe leise zur Tür hinein. Als das Häschen erwachte, rieb es sich verwundert die Augen: Die gelbe Rübe war wieder da! Es überlegte einen Augenblick, dann sagte es: "Gewiss hat mir ein guter Freund diese Rübe gebracht!" Dann aß es die gelbe Rübe auf. Sie schmeckte sehr gut!


Kommentare:

  1. Sehr schöne Geschichte :) kannte ich vorher nicht!
    Euch frohe Weihnachten & eine besinnliche Zeit :)
    Alles Liebe, Maya von Melyanisme

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    1. vielen Dank :) wir hoffen, du hattest auch schöne Feiertage ♥

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