Donnerstag, 13. August 2015

einmal Schweiz und zurück


Hallo ihr Lieben,
wie ihr wisst war ich für eine Woche mit meinem Freund in der Schweiz bei meinem Patenonkel. Er wohnt in Winterthur, was ungefähr 20 - 30 Autominuten vom Bodensee und von Zürich entfernt ist.
Wir sind mit dem Auto dorthin gefahren und für alle die das nachmachen wollen - denkt daran, dass man für die Schweizer Autobahnen einen Vignette braucht. Die kostet 40 Franken (knapp 40 Euro) und man kann sie an den meisten grenznahen Raststätten und Tankstellen kaufen. Laut einem Zollbeamten kosten sie jedoch an der Grenze direkt am wenigsten.
Nach einigen Staus, Baustellen und ungefähr 6,5 Stunden Fahrt sind wir also vorletzten Freitag erschöpft in Winterthur angekommen.
Wir haben den restlichen Tag nur noch auf dem riesigen Balkon gesessen, Kuchen gegessen und den Abend mit Grillen ausklingen lassen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen haben wir uns gestärkt und sind dann nach Konstanz gefahren. Achtung hier an alle, die das Internet wieder anschalten, sobald sie die Grenze zu Deutschland überfahren haben: Da Konstanz so nah an der Grenze liegt, kann es schnell passieren, dass sich das Smartphone in das schweizer Netz einwählt.



Ansonsten ist Konstanz wirklich schön. Es liegt direkt am Bodensee und vom Münster aus (193 Stufen muss man vorher erklimmen) hat man einen unglaublichen Blick auf die gesamte Stadt und auf den See.
Ebenfalls sehenswert ist die Imperia. Das ist eine Statue einer jungen Prostituierten, in Gedenken an all' die Prostituierten, die während des Konzils vor 600 Jahren in Konstanz waren. Die katholische Kirche hat sich über diese nackte Statue beschwert und so hat der Künstler ihr etwas angezogen - allerdings war er da etwas sparsam. Vermutlich ist sie so sogar noch viel aufreizender. Die Geschichte hat mir irgendwie gefallen. :)
Wir sind danach noch ein bisschen durch die Innenstadt geschlendert und ich habe einen Geheimtipp für euch: Konstanz ist - wie eigentlich jede größere Stadt - ein wenig unruhig und laut (obwohl es sich durch die relativ kleinen Gässchen dort wirklich gut aushalten lässt). Wenn ihr mal in einer Oase der Ruhe einen Kaffe oder eine Orangina trinken wollt, dann geht in die Buchhandlung Ossiander. Dort gibt es ein kleines Cafe im Hinterhof und dort ist es unglaublich ruhig und idyllisch. Neben dem Platz, auf dem ich saß, gab es eine Vogeltränke und es war so putzig anzuschauen, wie diese kleinen niedlichen Meisen dort getrunken und sich gewaschen haben.




Sonntags haben wir einen entspannten Tag in der Wohnung verbracht - hauptsächlich mit Essen, Lesen und - weil ich leider gesundheitlich etwas angeschlagen bin - mit Schlafen. Aber solche Tage lassen sich in einer gemütlichen Hängematte in der Sonne mit einem Blick auf das Winterthurer Umland ziemlich gut ertragen, würde ich mal behaupten.

Montags ging es dann nach Zürich. Auf dem Weg dorthin haben wir bei der FIFA angehalten, wenn ihr die Möglichkeit habt: Dieser Blick lohnt sich. Der Zürichsee liegt nämlich in einem Tal und von der FIFA aus hat man einen unglaublichen Blick auf den See und die ganze Stadt.



Zürich ist wirklich eine wunderschöne Stadt und auch hier sind viele kleine enge Gässchen, die zum Bummeln einladen.
Besonders angetan hat es mir auch der Blick auf den Zürichsee. Diesen Sommer hat er eine unglaubliche Farbe und das Wasser ist total klar. Ich hätte stundenlang dort in der Sonne sitzen und den Entchen und Schwänen zuschauen können.






Mein Patenonkel meinte, wenn man in Zürich sei, müsse man auch einmal in das Cafe Sprüngli gehen. So viel Schokolade, Törtchen, Pralinen auf einem Haufen, liebevoll dekoriert - das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Das Cafe liegt übrigens in der 'Bahnhofstraße', der Haupteinkaufsstraße Zürichs. Ich würde sagen man kann diese Straße vergleichen mit dem Kudamm in Berlin - ein Luxusladen neben dem nächsten.
Auf dem Heimweg mussten wir noch einen Abstecher zum Lindt-Outlet machen. Manches bekommt man dort deutlich günstiger und ansonsten hat man einfach eine riesen Auswahl - mjam.



Dienstag sind wir nach Schaffhausen gefahren - zum Rheinfall. Der Eintritt kostet 5 Franken, was wenig ist, wenn man bedenkt, dass ein Crepe mit Zucker und Zimt in der Schweiz schon 6 Franken kostet. Man kann dort dann einige Treppen nach unten laufen und es gibt sogar eine kleine Grotte von der aus man einen unglaublichen Blick auf diese gewaltigen Wassermassen hat. Das war wirklich beeindruckend.








Wir sind dann über eine Brücke etwas oberhalb des Rheinfalls auf die andere Seite gelaufen und dort bis zu dem anderen Eingang spaziert. Es lohnt sich, diesen Rundweg zu laufen, weil die verschiedenen Blickwinkel auf das Spektakel sich wirklich lohnen. Länger als 1 - 2 Stunden seid ihr dort wirklich nicht unterwegs. An beiden Eingängen gibt es übrigens auch Souvenier Shops und Cafes oder Restaurants zur Stärkung.





Abends sind wir nach Winterthur gefahren um dort das "berühmte" Züricher Geschnetzelte zu Essen. Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so viel Zeit mit Essen verbracht wie in diesem Urlaub. Aber es gibt dort auch nur absolut geniales Essen, glaube ich. Das, was man für Lebensmittel in der Schweiz mehr bezahlt als bei uns, machen die Schweizer mit Qualität wett, davon bin ich überzeugt.
In Winterthur sind wir natürlich auch noch ein bisschen spazieren gewesen und irgendwie haben es mir die Städte dort angetan. Überall kleine Gässchen, viele Szenecafés, unglaublich nette Leute (Schweizer bedanken sich z.B. fast immer, wenn man als Autofahrer vor einem Zebrastreifen anhält).

Mittwochs hatte die Frau meines Patenonkels früh einen Termin und so sind wir währenddessen in Konstanz Frühstücken gegangen. Ich liebe es Frühstücken zu gehen und da war es auch gar nicht weiter schlimm, dass es fast den ganzen Tag geregnet hat. Wir sind dann noch in eine große Shopping Mall dort gegangen - 4 Stockwerke mit absolut allem, was das Shoppingherz begehrt. Von dort aus ging es dann zu dem Schlösschen, wo mein Patenonkel im letzten Sommer geheiratet hat, um ein bisschen in Erinnerungen zu schwelgen. Traumhaft schön!
Mittagessen gab es dann auf der Insel Reichenau, ganz an der Spitze. Dort ist eigentlich eine Art Freibad im See und dort angrenzend ein kleines Restaurant. Es sieht ein wenig heruntergekommen aus, aber die Pizza und Flammkuchen dort werden vor deinen Augen zubereitet, gehen super schnell und schmecken einfach unglaublich lecker.
Mittags habe ich wieder ein Mittagsschläfchen gemacht und wir haben nach dem vielen Essen abends einfach nur eine Suppe gekocht. Kartoffelsuppe ist einfach super, wenn es draußen nasskalt ist. Danach noch bei einer lustigen DVD auf dem Sofa kuscheln und der Tag ist perfekt.

Donnerstag war unser letzter Tag und wir hatten uns ursprünglich überlegt in den Züricher Zoo zu fahren. Leider war es dort so voll, dass wir uns kurzerhand umentschieden haben und wieder nach Zürich rein gefahren sind. Da haben wir dann - ganz tourimäßig - eine Schifffahrt über den See gemacht. 1,5 Stunden hat diese gedauert und es war einfach schön. Wir hatten super Wetter, saßen in der Sonne und diese Seen haben es mir ja wirklich angetan. Danach haben wir in einem kleinen Cafe gegessen, das ebenfalls einen kleinen versteckten Hinterhof hat. Mein Patenonkel hatte wirklich ein paar tolle Geheimtipps für uns.



Die Chagall-Fenster im Fraumünster haben wir uns natürlich auch angeschaut. Kunst ist ja bekanntlich geschmacksache, aber ich muss sagen, hässlich sind die drei großen Fenster wirklich nicht.


Da wir noch etwas Geld übrig hatten, ging es erst zu Läderach. Mein Freund wollte unbedingt von dieser hoch angepriesenen Schokolade kaufen. Ich bin froh, dass er das gemacht hat - die ist wirklich unglaublich lecker. Das ist eine Chocolaterie, man kann sich also Stücke von riesigen Schokoladenplatten abbrechen lassen oder Pralinen selbst zusammenstellen.
Danach musste ich dann doch nochmal bei Zara und Mango vorbeischauen - Geld zurücktauschen hätte sich sicherlich nicht gelohnt... :)

Die Heimfahrt am Freitag war leider der absolute Horror. Da auf einer der Autobahnen ein Tanklaster gebrannt hat, waren leider überall Staus und wir haben ewig gebraucht um nach Hause zu kommen. Man sollte also wirklich überlegen, ob man diese weite Strecke nicht einfach mit einem Fernreisebus zurücklegt, das ist für den Fahrer sicherlich entspannter.

Alles in allem war es trotzdem ein unglaublich schöner Urlaub. Ich habe ganz bewusst meinen Laptop zu Hause gelassen und mir auch keine Internetflat für mein Handy gemacht. Abends ein Stündchen Wlan, um zu sagen, dass alles gut ist, ist vollkommen ausreichend und wirklich mal erholsam.

Ich habe noch zwei weitere Tipps für diejenigen, die genau in diese Gegend mal im Urlaub besuchen wollen.
In Winterthur gibt es ein riesigen Museum für Naturwissenschaften - Technorama. Das ist zum Mitmachen und Ausprobieren und mir hat es dort damals wirklich gut gefallen.
Was auch wirklich lohnt, wenn man in der Nähe vom Bodensee ist, ist die Insel Mainau. Diese Insel wird auch Blumeninsel genannt und gehört eigentlich dem schwedischen Königshaus. Diese Gärten sind einfach unglaublich - ich war dort letzten Sommer - es lohnt sich wirklich. Dafür solltet ihr allerdings einen kompletten Tag einplanen.

So meine Lieben, ich denke der Post ist wirklich lang genug geworden.
Ich hoffe, ihr schafft es diesen Sommer auch einmal so schön abzuschalten wie ich dort.

Hier nochmal meinen Lieblingsblick auf den wunderschönen Zürichsee
Gruezi,
Sarah 

Kommentare:

  1. Irgendwie ist das witzig, von meinem Wohnort als Reisebericht zu lesen :)
    Da hast du dir tolle Unternehmungen rausgepickt! Bist nur etwas zu früh wieder zurück ;) Jetzt sind Musikfestwochen in Winterthur, auch immer ein tolles Erlebnis! Nur natürlich etwas lauter.

    Liebe Grüsse
    Tatjana

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    1. Das ist ja ein witziger Zufall, dass du dort wohnst. :)
      Ja, es war wirklich ein toller Urlaub, es war nur leider terminlich nicht möglich zu den Musikfestwochen zu bleiben. Dir ganz viel Spaß dabei! Das Spektakel hätte ich mir gerne angeschaut. Vielleicht habe ich irgendwann nochmal die Gelegenheit dazu.
      Liebe Grüße,
      Sarah :)

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  2. Irgendwie ist das witzig, von meinem Wohnort als Reisebericht zu lesen :)
    Da hast du dir tolle Unternehmungen rausgepickt! Bist nur etwas zu früh wieder zurück ;) Jetzt sind Musikfestwochen in Winterthur, auch immer ein tolles Erlebnis! Nur natürlich etwas lauter.

    Liebe Grüsse
    Tatjana

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